eBay und die Willkür
Ich bin seit mehreren Jahren Mitglied bei eBay und bisher war ich meistens zufrieden mit der Auktionsplattform, doch mit der Zeit häuft sich bei mir die Kritik und es tun sich immer mehr Fragen auf.
Die krasseste Änderung bei eBay, die am meisten für Aufruhr sorgte, war wohl das Ändern des Bewertungssystems. Bis vor wenigen Wochen konnten sich Käufer und Verkäufer gleichermaßen bewerten, „positiv”, „neutral”, oder „negativ”. An den Bewertungen eines Verkäufers bzw. Käufers konnte man dann erkennen, wie vertrauenswürdig er war. Aufgrund dessen war und ist das Bewertungsprofil bei eBay besonders für Verkäufer eine essenzielle Sache, die über das Verkaufen oder nicht-Verkaufen entscheidet. Das System hatte aber einen Haken. War ein Käufer unzufrieden mit dem Verkäufer, weil er falsche oder beschädigte Ware lieferte, traute er sich oft nicht negativ zu bewerten weil er eine sogenannte „Rachebewertung” befürchtete.
Dieses System wurde geändert, was ich persönlich an sich befürworten kann. Jedoch ging man dabei etwas zu radikal vor. Heute kann man bei eBay nur Verkäufer bewerten. Daraus resultiert, dass der Verkäufer einerseits gar kein Machtmittel mehr besitzt und andererseits andere eBay Kunden vor einem schlechten Käufer, der wiederrum auch Artikel zum Verkauf anbieten kann, nicht mehr warnen kann. Aus der Erfahrung lässt sich aber sagen, dass ein verantwortungsloser und unseriöser Käufer, sich als Verkäufer ebenso schlecht gibt.
Gab es einen Mittelweg? Ja. Viele eBay Kunden machten verschiedene Vorschläge im Internet, wie man das Bewertungssystem verbessern könnte ohne den radikalen Weg einzuschlagen. Ein Vorschlag war zum Beispiel, dass Bewertungen erst sichtbar werden, wenn sie von beiden Seiten vorliegen. Das bedeutet, der Bewertete hätte seine Bewertung erst erfahren nachdem er selbst bewertet hatte. Somit hätte eine Rachebewertung ausgeschlossen werden können. eBay ging aber seinen eigenen Weg.
Als Nächstes wollte eBay das Design aufpeppen und die Suchfunktion „auf den neusten Stand” bringen. Auch dieser Punkt scheint erst mal positiv zu sein, aber es gibt ein großes Aber. eBay hatte von Tag eins auf Tag zwei das neue Design geschaltet, die Suche geändert. Viele Nutzer waren verwirrt aber konnten sich bald darauf wieder beruhigen, als sie herausfanden, dass man manuell auf das alte Design inkl. alte Suchfunktion zurückschalten konnte, da es sich vorerst nur um eine Testphase handelte.
Zu der neuen Aufmachung bekam eBay jede Menge negatives Feedback besonders von treuen Kunden, die das alte eBay System gewohnt waren. Wahrscheinlich hat aber die Statistik trotzdem eher Vorteile zum Vorschein gebracht und eBay übernahm vor wenigen Tagen das neue Design; aus meiner Sicht mit minimaler Einbeziehung der Kritik (es gab kleine Änderungen im Vergleich zur Testphase). Ich behaupte nicht, dass das neue Design schlecht ist, ganz im Gegenteil, aber eBay hätte treuen Kunden die Möglichkeit geben können, zwischen dem alten und dem neuen Suchsystem auszuwählen, denn letzteres empfinde ich auch, wie viele andere, ebenfalls eher störend als nützlicher. Dass dies möglich ist, hatte die Testphase gezeigt. Natürlich kostet so viel Service eBay Ressourcen; dennoch, es ist ja nicht so, dass man sich das nicht leisten könnte. eBay ging aber seinen eigenen Weg.
Ein sehr häufig kritisierter Punkt ist PayPal. Dieses Zahlungssystem wurde von eBay-Betreibern eingeführt. PayPal wird in vielerlei Hinsicht kritisiert. Zu Anfang war das System komplett kostenlos. Man hat sich registriert und als privater Kunde konnte man Geld ohne Zinsen und Gebühren über den Globus verteilt hin und her schieben. Ich habe oft gelesen, dass die Gebührenfreiheit nur ein Mittel war, die Kunden an PayPal zu binden und sie dann auch mit Gebühren zu belasten. Das hat sich natürlich über die Jahre bestätigt.
Das skurrilste ist aber, dass PayPal bei eBay Einkäufen Sicherheit bieten soll. Wenn man mit PayPal zahlt, soll der Einkauf mit 500 Euro versichert sein. Diese Versicherung mag in einigen Fällen greifen, doch gibt es auch Kunden die vor PayPal regelrecht Panik haben. Warum? PayPal soll unbefugt Konten sperren, auf denen Geld ist, das Geld nicht mehr herausgeben usw. Diese Geschichten findet man in viele Foren, auch bei eBay, wo sie angeblich möglichst schnell gelöscht werden. Solche Vorfälle kenne ich nur auf Gerüchtebasis, da ich selbst nie oder nur mit kleinen Beträgen PayPal nutze, aber wer mag, kann danach googlen und er wird fündig (eventuell eng. Berichte mit einbeziehen). So viele Menschen können ja nicht spinnen… eBay geht seinen eigenen Weg.
Nun kommen wir zu meiner neusten skurrilen Erfahrung bei eBay. Ich habe gestern Abend einige Artikel bei der Auktionsplattform eingestellt um für die Kriegsopfer in Georgien Geld zu sammeln. Dabei waren unter anderem zwei T-Shirts von Dolce & Gabbana. Als ich heute mein Postfach aufmachte, fand ich eine E-Mail von eBay vor, in der erklärt wird, warum man Markennamen respektieren muss und keine gefälschte Ware anbieten darf. Diese T-Shirts stammen aus dem Schrank meiner Mutter und sind Originalware aus Deutschland. Wie um Gottes Willen will irgendein eBay Mitarbeiter von ca. 14 anderen von mir angebotenen Markenartikel diese zwei T-Shirts aussortiert und festgestellt haben, dass diese gefälscht sind, wenn sie es definitiv nicht sind?
Fehler können passieren. Aber sollte man sich wenigstens nicht die Mühe machen und mich anschreiben, fragen worum es sich genau bei diesem Artikel handelt, eventuell ein Foto vom Etikett verlangen? Das kostet wohl zu viel Servicekraft. Das könnte man nachvollziehen, wenn ich ein zweifelhafter asiatischer Händler wäre, der tausende Artikel am Tag anbietet, bei denen man nicht jeden einzelnen Artikel derart sorgfältig prüfen kann. In meinem Profil ist es aber deutlich vermerkt, dass ich ein privater Verkäufer bin und in der Auktion war deutlich vermerkt dass die Artikel von mir oder meiner Mutter stammten und der Erlös an Kriegsopfer gehen sollte. Für sowas hat eBay wohl keine Zeit. Stattdessen spart es lieber an den Kunden „paar Cent” mit denen er monatlich Millionen verdient.
Jetzt darf ich die Artikel nochmal bei eBay einstellen, weil ein Mitarbeiter nach Lust und Laune und vollkommen willkürlich meine Auktionen gelöscht hat, wogegen ich wohl nichts unternehmen kann, als diesen Artikel hier zu schreiben.
eBay geht wohl einen willkürlichen Weg.
Geschrieben von Mikheil am 18. August 2008 | Veröffentlicht in Internet
01. Januar 2009 um 22:10
Guten Tag!
Sie spechen mir aus der Seele.Ich bin seit ca. 1 Jahr bei ebay und wollte immer Fair sein.
Dieses stand im Vordergrund .
Ich habe Sachen gekauft (gebrauchte Teile die es nicht mehr gibt).. ( im Handel) und Sachen verkauft welche ich nicht mehr brauchte. habe 98,7% ?..,
3 negativ Bewertungen habe ich gefangen ,darunter sogar von ein Spaßbieter ,
ein Zokker der im nachhinnein den fairen Preis drücken wollte und ein ebay Mitglied welches selber gut rote Punkte hatte ( negativ für 1,50 E mehr porto für die 12,km fahrt zu Post ).
dafür auch Rot von ebay mit Verwarnung ( Käuferzufriedenheit ).
Ich kann nur sagen ,vermutlich wäre ich besser beraten hätte ich die Sachen verschenkt an einen armen Flohmarkthändler !
Ich werde meine Mitgliedschaft kündigen !
Euer Jon Wolf