Neuste Informationen, Anmerkungen, Beobachtungen aus und über Georgien
Das Kodori Tal in Abchasien wurde eingenommen. Dieses Tal liegt im Osten und wurde von Georgien kontrolliert. Das Gebiet soll nach russischen Angaben die “abchasische Armee” eingenommen haben. Das stimmt nach meinen Informationen, die nicht aus den georgischen Medien stammen, nicht. Es sollen schätzungsweise 20 000 Soldaten aus der russischen Föderation im Kodori Tal gewesen sein. Die abchasische Führung hat sicherlich das Ziel verfolgt wieder das Kodori Tal einzunehmen aber sie hat es nicht durch ihre eigene Kraft erreicht…
Wovor ich besonders Angst hatte sind Freischärler und eingekaufte Soldaten, die nicht mal das russische Militär “genossen”, sondern aus Vergnügen in den Krieg ziehen, sozusagen die Vollendung der menschlichen Perversion. Nach meinen letzten Informationen, soll es einige Misshandlungen gegeben haben, aber bisher hat man diese Sorte von “Soldaten” zurückgehalten vor der Bevölkerung, sodass sich die Gräueltaten sich in Grenzen halten, wenn man es so ausdrücken kann. Meine größte Sorge ist, dass sich das ändern könnte, denn diese Menschen sind mehr als gefährlich, eine Sorte von Mensch, die mit Menschenköpfen Fußball spielt, Frauen vergewaltigt und das alles oft begleitet mit besonderen “Spielmethoden”.
Die Stadt Gori (30km von der Konfliktzone und 60km von Tbilissi (Tiflis) entfernt) wurde geplündert. Die Menschen sollen schlecht behandelt worden sein. Häuser, Gebäude sind zerstört, stehen in Flammen und sind bestenfalls nur leergeräumt ganz in friedlicher Absicht der russischen Führung. Genauere Informationen habe ich nicht. Wie weit das “schlecht behandeln” geht, kann ich nicht sagen. Diese Information kommt aus den Nachrichten und mündlicher Überlieferung.
Das russische Fernsehen soll sehr stark an Propaganda arbeiten. Es sollen schreckliche Sachen erzählt worden sein um in den Augen der Bevölkerung wohl den Krieg zu rechtfertigen und die Georgier zum letzten Mal richtig in den Dreck zu ziehen. Wie soll man solch einer Berichterstattung glauben, wenn man bedenkt dass in Russland zahlreiche Journalisten jährlich sterben, weil sie etwas wissen, was sie nicht wissen und vor allem sagen sollen (meist über die Regierung). Ein berühmter Fall liegt ja erst wenige Monate zurück.
Im russischen TV sollen osetische Frauen berichtet haben, dass georgische Truppen eine Kirche angezündet haben, in dem sich Menschen befanden. Wer in Georgien schon mal gewesen ist, wird verstehen, dass diese Geschichte nicht wahr sein kann. Eher könnte ich glauben, dass ein Soldat seine eigene Mutter vergewaltigt, weil sie osetische Wurzeln hat. Denn Georgier sind sehr religiös, wenn auch nicht fromm; sie schätzen die Kirche sehr. Es gibt nichts Heiligeres für sie. Wenn man einen jungen Menschen in Tbilissi (Tiflis) fragt, ob er zur Kirche geht, dann schaut er einen verdutzt an, so selbstverständlich ist das für ihn. Georgische Soldaten ziehen in den Krieg und haben alte heldenhafte Geschichten in den Kopf, die immer viel mit dem Glauben zu tun hat, wie fast unsere ganze Geschichte. Ich halte dieses Gerücht für schlicht unmöglich – Kirchenschendung ist für die größten Unmenschen tabu.
Auf ebenfalls Gerüchtebasis habe ich auch etwas „Schönes” gehört. Ein georgischer Soldat, soll osetische Kinder aus einem brennenden Haus geholt haben und selbst verbrannt worden sein. Diese Story stammt natürlich nicht aus dem russischen TV sondern aus mündlicher Überlieferung.
In Tbilissi (Tiflis) sollen die Schulen und Kindergärten voll sein mit Flüchtlingen, die hoffentlich bald wieder zurückkehren können und nicht wie hundertausende aus den 90-iger Jahren ohne Hoffnung und Dach über den Kopf bleiben.
Mehr gibt es morgen oder die Tage. Einen vollständigen Artikel zu schreiben fällt mir zurzeit schwer. Dafür habe ich mal zu viele, mal zu wenige Infos und den Kopf meistens zu voll. Ich reiche euch das alles erst mal so weiter. Wenn Ihr fragen oder Wünsche habt, dann schreibt mir eine E-Mail oder ein Kommentar.
Geschrieben von Mikheil am 13. August 2008 | Veröffentlicht in Fremde Länder